Geschichte

1898 begann der Industrielle Carl Ruthenberg den Bau einer Goldleistenfabrik zwischen dem Dorf Weissensee und Berlin. Schon ein Jahr später produzierte er hier Gold-, Politur-, Fancy- und Alhambra-Leisten mit rund 180 Mitarbeitern. Mit der Fabrikanlage in der Lehderstraße legte Carl Ruthenberg den Grundstein für einen Gewerbe- und Industriepark vor den Toren der Stadt, den er und sein Sohn Hermann nach und nach errichteten.

Die Gewerbehöfe folgen einem einheitlichen Gestaltungsprinzip, bei dem eingeschossige Fabrikhallen einfachster Bauweise sich U-förmig um einen Hof gruppieren. Der Hof schließt zur Straße durch ein breites Tor und backsteinerne mehrstöckige Kopfbauten ab. Die flachen Hallen dienten als Werkstätten, während die Kopfbauten als Fabrik, Lager und unterm Dach auch als Wohnraum genutzt wurden.

Mit der Anlage setzte Ruthenberg die Geschäftsidee erfolgreich um, kleineren und mittleren Gewerbeunternehmen aus Berlin ein Platz zu bieten. Viele von ihnen wurden im Zuge der anwachsenden Besiedelung Berlins wegen der steigenden Immobilienpreise aus dem Stadtbereich verdrängt.

In den 20er Jahren wurde das Areal in die bebaute Stadtfläche Berlins integriert, und von Wohnquartieren für Arbeiter und Kleinbürger umgeben. Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten Bomben Teile des Gebäudekomplexes. Zwischen 1950 bis 1990 verwaltete die DDR die Höfe, doch sie entgingen der oft praktizierten Modernisierung und Zerstörung. Nach 1990 behinderten unklare Eigentumsstrukturen die Instandsetzung der Höfe, 1994 wurden die historisch bedeutsamen Gebäude des Ensembles unter Denkmalsschutz gestellt.

Goldleistenfabrik - Zentrum für kreative Unternehmen